Wie wird man Privatdetektiv?

Veröffentlicht in Allgemein von Gabriel am 2011/04/15

Fast jeder Junge und wohl auch einige Mädchen haben in ihrer Kindheit einmal den Wunsch, Detektiv zu werden. Neben Feuerwehrmann, Polizist und Pilot klingt der Beruf des Detektivs, nicht zuletzt durch entsprechende Fernsehserien und einschlägiger Literatur, wohl am spannendsten für Kinder.

Doch wie wird man eigentlich ein professioneller Privatdetektiv? In Deutschland gibt es keine entsprechende Ausbildung, da „Detektiv“ oder „Privatdetektiv“ kein Beruf im Sinne des Berufsausbildungsgesetzes ist. Anders sieht die Lage da in Österreich aus und da wir hoffentlich auch den ein oder anderen Leser aus der Alpenrepublik haben, sei kurz angemerkt, dass es in Österreich zwar ebenfalls keine entsprechende Regelung im Gesetz gibt, eine professionelle Ausbildung zum Privatdetektiv aber von den Berufsverbänden, Wirtschaftsförderungsinstituten und sogar von Fernschulen gibt.

Auch wenn es in Deutschland keine bundesweit anerkannte Ausbildungsvorschriften für Detektive gibt, so ist es natürlich dennoch möglich, diesen interessanten und abwechslungsreichen Beruf auszuüben. Ganz Wagemutige können sich ohne jegliche Ausbildung selbständig machen und sich autodidaktisch das benötigte Wissen beibringen. Dies ist aber nicht unbedingt empfehlenswert und wird wohl in den meisten Fällen schief gehen. Besser ist es da, wenn man sich in einer seriösen und profilierten Detektei um eine Ausbildungsstelle bewirbt. Für den Beruf des Privatdetektivs sollte man jedoch einige Voraussetzungen und Eigenschaften mitbringen, um den Anforderungen des Berufsbildes gerecht zu werden.

Voraussetzungen

Idealerweise hat man eine Polizeiausbildung hinter sich, hat als Streifen- oder noch besser, als Zivilpolizist gearbeitet. Denn Detektive müssen nun einmal in erster Linie gute Nerven haben und körperlich belastbar sein. Erfahrungen im professionellen Beschatten von Personen, der Gewinnung beweiskräftiger Daten und natürlich Geduld muss jeder Detektiv-Aspirant entweder vorweisen, oder sich schnell aneignen können. Doch nicht nur ehemalige Polizisten werden gerne als Detektive angestellt, sondern auch ehemalige Berufssoldaten haben gute Chancen. Wer kein Polizist oder Soldat war und trotzdem Privatdetektiv werden will, muss jedoch auch nicht verzweifeln. Denn auch ohne entsprechende Vorbildung ist es möglich, in einer Detektei einen Ausbildungsplatz zu bekommen.

Gern gesehen werden Kenntnisse in Kampfkunst und/oder Selbstverteidigungstechniken (um sich notfalls verteidigen zu können) technisches Know-How (Kamera, Mikrofone, Wanzen etc.) und Fremdsprachenkenntnisse (Stichwort globalisierte Wirtschaft). Ein Führerschein ist natürlich ebenfalls unentbehrlich, um als Detektiv schnell von A nach B zu kommen oder etwa Zielpersonen über große Distanzen beschatten zu können.

Ein gewisses schauspielerisches Talent wird ebenfalls gern gesehen, denn es kann durchaus vorkommen, dass man sich als jemand anderes ausgeben muss um etwa an bestimmte Informationen zu gelangen. Zu guter Letzt muss sich der Bewerber aber auch bewusst sein, dass der Beruf des Detektives nicht gerade ein Job mit regelmäßigen Arbeitszeiten und freiem Wochenende ist. Oftmals müssen Personen in der Nacht oder in deren Freizeit, also an Wochenenden, Feiertagen etc., beschattet werden, teilweise auch über mehrere Tage oder gar Wochen. Wem dies jedoch nichts ausmacht und wer über die nötigen Eigenschaften/Kenntnisse verfügt, der kann sich sicher sein, einen abwechslungsreichen und interessanten Beruf gewählt zu haben.